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Schwedensäule

Der Hahnensand ist ein kleiner Teil des Naturschutzgebiets Kühkopf-Knoblochsaue am Rhein zwischen Mainz und Mannheim und eine der abgelegeneren Ecken in der ansonsten so dicht besiedelten und gut erschlossenen Rheinebene.

Er liegt nur 20 km Luftlinie von Rüsselheim und von Darmstadt entfernt. Die Zufahrt allein ist aber schon abenteuerlich. Zwischen Erfelden und Leerheim verlässt man die kleine Landstraße und fährt auf einsamen, schmalen Wirtschaftswegen hinter dem Rheindeich. Schließlich quert man den Deich und fährt den letzten Kilometer auf grobem Kopfsteinpflaster.

Angekommen wirkt der Hahnensand im Herbst noch etwas weiter weg. Die Felder sind leer, die Vögel sind still und die Mücken – für die das Naturschutzgebiet berüchtigt ist – sind schon ein paar Wochen nicht mehr da.

Ungefähr 200 m von der Kopfsteinpiste entfernt steht am Ende einer Schneise ein Denkmal, das man hier im Wald nicht erwartet hätte.

 

Schwedensäule

 

Die Schwedensäule ist 12 Meter hoch; ein Obelisk, der auf vier Steinkugeln ruht, die wiederum auf einem gut zwei Meter hohen Podest liegen.

Oben auf der Spitze sitzt ein schwedischer Wappenlöwe und zeigt mit seinem Schwert raus aus dem Wald.

Schwedensäule

Dort, wo außer Büschen und hohem Schilfgras nichts zu sehen ist, floss der Rhein als dieses Denkmal gebaut wurde.

Vor 390 Jahren im Dezember 1631 hat eine schwedische Armee von mehreren tausend Mann hier über den Rhein gesetzt.

Die Schweden überraschten spanische Truppen auf der linken Rheinseite und konnten Oppenheim und Mainz noch vor Weihnachten einnehmen.

Um an diesen Überraschungscoup zu erinnern, ließ der schwedische König Gustav Adolf die Säule am Hahnensand bauen. Sie wurde im Folgejahr 1632 errichtet – wenige Monate später starb Gustav Adolf in der Schlacht bei Lützen und es dauerte noch 16 Jahre bis der 30jährige Krieg beendet wurde.

 

Schwedensäule

Die Schwedensäule stand weiter am Rheinufer bis dieses 1828/29 verschwand. Der Rheindurchstich am Kühkopf verlagerte den Fluß in das heutige Bett, kürzte den Flußverlauf um rind 6 km und machte den Kühkopf zur Insel. Der jetzige Nebenarm fing an zu verlanden.

Das Wasser sieht man heute nicht mehr von der Schwedensäule aus. Dafür ist das Denkmal und der kleine Platz drumherum eine Oase der Ruhe geworden und ein verstecktes Kleinod, dass es sich lohnt einmal zu besuchen.

 

Weitere Informationen
– Mainz im Dreißigjährigen Krieg – link

– Dreißigjähriger Krieg auf Wikipedia – link

– Geschichte des Schutzgebiets Kühkopf – link

– Rheinbegradigung auf Wikipedia – link

– Website Schutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue – link

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